
| | | |
Das Gemeindewappen - Beschreibung
In rotem Schild mit silbernem Schildhaupt in Weinlaubschnitt eine rotgezierte silberne Bischofsmütze |
Gemeindegeschichte
Ortsgemeinden sind geschichtlich gesehen sehr junge Gebilde, erst das Reichsgemeindegesetz vom Jahre 1862 schuf diese Grundlage dazu. Damals enstand auch die Ortsgeschichte der Gemeinde Gleinstätten, die praktisch den gesamten Pfarr- und Schulsprengel umfaßte. Im Jahre 1882 oder kurz danach lösten sich die Katastralgemeinden Dornach, Pistorf, Maierhof und Sausal von der Ortsgemeinde Gleinstätten und schlossen sich zur neuen Ortsgemeinde Pistorf zusammen.
Der Volksmund spricht den Ortsnamen richtig aus - man sagt "Bischsdorf". Die Mundart ist ja die Kurzschrift der Hochsprache, so kürzte man "Bischofsdorf" zu "Bischsdorf". Seit 970 gehörte nämlich der Wald Sausal und das westlich davon gelegene Gebiet der Sausaltäler dem Erzbistum Salzburg. Eine im Jahre 1168 zu Leibnitz ausgestellte Urkunde bezeugt nun, daß der Erzbischof von Salzburg das Gebiet der heutigen Gemeinde St. Andrä an den Pfarrer von Groß St. Florian abtrat, damit von dorther die Besiedelung einsetzen konnte. Das südlich davon gelegene Gebiet blieb erzbischöflich. Damit war der Ortsname geboren. In der erwähnten Urkunde wird die genaue Abgrenzung der Gebiete angegeben. Dabei fällte auch der Name "Piscouistorf", zu deutsch "Bischofsdorf" – heute Pistorf. Den ältesten Namen in der Gemeinde trägt allerdings die Katastralgemeinde Sausal. Der Name erscheint erstmals als "forestum Susel" in den Urkuden, das ist "Forst Sausal". Das Datum 20.11.890 wird von der Forschung umstritten. Die sichere erste Nennung stammt vom 7. März 970 und lautete "nemus Susil". In dieser Urkunde ist auch erstmals von "vineis" die Rede - zu deutsch heißt das "Weingärten".
Im Mittelalter erbauten die Herren von Chelz in der Sulmau eine Wasserburg. Der deutsche Name für eine Insel lautet "Wörth". Damit war der Name für die Wasserburg gegeben, nämlich "Chelczenwörth". Der Name lebt noch als Flurname "Katzelwehr" weiter. Die Mundart kürzt zu "Katzimee". In der Wasserburg war kein Platz für die Wirtschaftsgebäude. Der Maierhof für Chelczenwörth enstand im nördlichen Talrand. Daher trägt die Katastralgemeinde dort heute den Namen "Maierhof", erstmals in den Urkunden zu finden im Jahre 1390 als "Maierhoffen". Der Name "Dornach" taucht noch sptäter auf, erst 1498 im Urbar der Herrschaft Schwanberg. Jedenfalls weist aber der Name mit der Endung "-ach" auf das alte Salzburger Gebiet hin. In Salzburg sind die Ortsnamen auf -ach üblich.
Pistorf hat heute ca. 1.500 Einwohner, liegt auf einer Seehöhe zw. 300 und 550 Metern, ist 1.379 ha groß und darf die Gebietsstruktur mit "hügelig" angenommen werden. Sehenswert ist die Theresienkapelle, das Theresienschlößl, Burgstall von Kelzenwert, Wasserräder und die Affartmühle.
In der Gemeinde Pistorf stehen Rad- und Wanderwege, Tennisplätze sowie Reit- und Angelgelegenheiten für eine aktive Freizeitgestaltung zur Verfügung. |
|

Die Sausaler Weinstraße
Sie beginnt in der Weinstadt Leibnitz, führt zunächst an den Südhängen des Sausaler Weinbaugebietes durch das Sulmtal, zweigt in Fresing von der B 74 ab und steigt steil durch Mischwald bergan bis Kitzeck, wo sich der Besuch des 1. Steirischen Weinmuseums anbietet. Von hier windet sich die Straße - oft recht schmal und kehrenreich - durch die steilsten Weingärten in der Steiermark, mit herrlichen Ausblicken auf die umliegenden Rebhügel und Tallandschaften, am Demmerkogel (höchste Erhebung des Sausals) Richtung Süden über den Sausalerberg nach Maierhof im Sulmtal.
Der Ort Sausal liegt im Gemeindegebiet von Pistorf und erstreckt sich von Maierhof bis zur Theresienkapelle diese steht auf 561 m.
Den Ort Sausal in der Gemeinde Pistorf erreicht man über die Zufahrtsstrassen B 74 Abzweigung Tankstelle Sackl Richtung Globeregg und Blöderlberg sowie über den Heinrichberg, Karleiten und Sonnleiten.
Das Sausal (auch: der Sausal) in der Steiermark bezeichnet das Hügelland zwischen den Flüssen Sulm und Laßnitz. Es ist aus paläozoischen Schiefern aufgebaut und Teil der mittelsteirischen Schwelle (Sausal-Schwelle), die das Oststeirische vom Weststeirischen Becken trennt.
Im Sausal finden sich Wein-, Edelkastanien- und Edelobstkulturen, auch der Kürbisanbau spielt eine Rolle - wird daraus doch das typisch steirische Kürbiskernöl gewonnen.

Theresienkapelle (Messkapelle "Maria vom Guten Rat"), in Sausal Auf Anhöhe (561 m) gelegener, apsidial geschlossener Bau mit Dachreiter und Zwiebelhelm; über Eingang datiert 1838. Dreiachsige Frontseite mit toskanischen Pilastern und Profildreieck über Eingang. Im Inneren Wand-pfeiler und Platzlgewölbe; Steinplatten am Boden. Einrichtung und reiche Ausstattung aus dem 19. Jh.; Chor mit weiß gefasstem, rokokoklassizistischem Tabernakelaltar mit Engelsfiguren.
Denkmalschutz mit Bescheid seit 2002

Villa/Landhaus, Theresienschlössl,
1908 nach Plänen von Ing. Friedrich Beck im Auftrag von Ernest von Boskowstein errichteter zweigeschossiger Bau (älterer Baukern, 18. Jh.) mit Mansardendach. Fünfachsige Südfront mit dreiachsigem Mittelrisalit und reicher neobarocker Gliederung, mittig mit Balustrade auf toskanischen Säulen vorgela-gerte Terrasse, rundbogiges Tor mit Schmiedeeisengitter. Erdgeschossfenster mit geraden Verdachungen und Parapetzonen mit Putzfeldern, Obergeschoss-fenster mit geschwungenen Verdachungen mit Schlusssteinen. Im Inneren Kreuzgratgewölbe, Kachelöfen und großzügig dimensioniertes Stiegenhaus.
Straßenseitig schmiedeeiserner Zaun mit unverputztem Sockel aus Natursteinen, Pfeiler mit Putzfeldergliederung. An Südseite Gartenmauer mit unverputztem Natursteinsockel und Schmiedeeisentor.
Denkmalschutz mit Bescheid seit 2002

Flur-/Wegkapelle, hl. Antonius, (Sausal bei 7),
Gdst. Nr. 13/2
KG Sausal bei Pistorf
Zu Bauernhof gehöriger kleiner, apsidial geschlos-sener Bau, um 1900. Im Eingangsbereich Dach vorgezogen und von vorgestellten runden Säulen und Flachbogen getragen.

Flur-/Wegkapelle, hl. Maria von Lankowitz, (Sausal bei 89), Gdst. Nr. 1104
KG Sausal bei Pistorf
Halbrund geschlossener Bau, über Eingang datiert 1876, mit Glockengiebelreiter mit Spitzhelm und an den Seitenwänden spitzbogigen Fenstern.

Flur-/Wegkapelle, Maria von Osterwitz, Franzjokakapelle
Sausal bei 150
Gdst. Nr. Bfl. 22/6 u. Bfl. 22/7
KG Sausal bei Pistorf
Neogotischer Bau mit Glockengiebelreiter mit Spitzhelm; an Frontseite über Eingang Inschriftstein mit Namen der Stifter Johann Ully und Anna Schuster sowie Datierung 1889. Frontseite mit Pilastern dreiachsig gegliedert. Im Inneren klassizistischer Altar, Figuren und Kreuzwegbilder.

Flur-/Wegkapelle, Zum Gegeißelten Heiland,
KG Pistorf
(Oberdorfkapelle)
Neogotischer Bau, 19. Jh., mit halbrunder Apsis und mächtigem Glocken-giebelreiter mit Spitz-helm. Eckkanten an der Vorderseite abgefast.
Denkmalschutz nach §2

Flur-/Wegkapelle, Anna-Kapelle,
KG Pistorf
(Unterdorfkapelle)
Neogotischer Bau, 19. Jh., mit halbrunder Apsis, Ziergiebel und Frontturm mit Spitzhelm, Frontseite mit Pilastern dreiachsig gegliedert; über Eingang rundbogige Nische (leer). Im Inneren in Apsis in erhöhter flachbogiger Nische sitzende vergol-dete Figur Maria mit Jesuskind, 19. Jh..
Denkmalschutz nach §2

Bildstock,
KG Pistorf
Breitpfeiler mit Giebel-dreieck, flachbogiger Nische und flachbogigen Eintiefungen in Seiten-wänden. In Frontnische auf rundem Sockel bemalte spätbarocke sitzende Marienfigur, 2. H. 18. Jh..

Flur-/Wegkapelle, Marienkapelle,
KG Maierhof
„2002 wurde die alte Kapelle zur Gänze abgetragen und auf dem gegenüberliegenden Grundstück - Parkplatz des GH Imensek - im selben Ausmaß 2002/03 neu errichtet.“ Halbrund geschlossener Bau, A. 20. Jh. (laut mündlicher Auskunft), mit rundbogigen Fenster-öffnungen und Glocken-giebelreiter mit Spitz-helm.

Flur-/Wegkapelle, hl. Maria, Maierhof nähe Affahrtmühle
KG Maierhof
Historistischer Bau, M. 19. Jh., mit halbrunder Apsis, rundbogigem Eingang und Holztüre. Giebeldreieck mit rundbogiger Nische.

Wohnhaus, Affahrtmühle, Maierhof 76,
KG Maierhof
Über rechteckigem Grundriss errichteter zweigeschossiger Bau mit Satteldach und 8:3 Fensterachsen; im Giebel datiert 1845. An der zum Hof gerichteten Längsseite rundbogiger Arkadengang mit toskanischen Säulen aus Kalkstein; zwei Bögen zugemauert. An Giebelseite im Erdgeschoss Fensteöffnungen ver-blendet; in Giebelfeldern fünf kleine Fenster mit Balken und darüber liegenden Taubenlöchern. Denkmalschutz mit Bescheid seit 1992

Burgruine, Wasserburg Katzelwehr, Maierhof, Gdst. Nr. 543
Wasserringgraben und Burghügel eines früh- und hochmittelalterlichen Herrensitzes. Die heute überwachsenen Ruinen des ehem. "festen Hauses" sind auf Geländehügel noch deutlich erkennbar. Graben und Burghügel (samt Wall) beherrschen das Landschaftsbild auf weite Sicht.
Denkmalschutz mit Bescheid seit 1972

Schwarzlkapelle, Schwarzlkreuz, in Maierhof,
In Form eines neoklassizistischen Rundtempels errichteter Bau mit dorischen Halbsäulen, Wandfeldern mit Rieselputzoberflächen und kuppelartigem Blechdach, von Engel mit Posaune bekrönt. Schmiedeeisernes Gitter mit Blumen- und Ornamentdekor, datiert 1908.
Denkmalschutz mit Bescheid seit 2001

Flur-/Wegkapelle, Lewitschkapelle, hll. Johann und Paul,
(ggü. GH Heinrich)
KG Mayerhof
Bei Distelhof gelegener spätbarocker Bau mit halbrunder Apsis und Glockengiebelreiter mit Zwiebelhelm. Im Inneren korbbogiger Fronbogen; Decke über Eckpfeilern und Korbbögen an Wänden gewölbt. Chorraum mit Altar, 2. H. 19. Jh.; an nördlicher Seitenwand spätbarocke Figur Christus an der Geißelsäule.

Flur-/Wegkapelle, Zur Schmerzhaften Muttergottes, (Distelhof bei 57), Gdst. Nr. 850/2
KG Pistorf
Kleiner, apsidial geschlossener Bau, 1. H. 20. Jh., mit spitzbogiger Eingangsöffnung und Holztüre. Seitenwände mit Pilastern, bemalte flachbogige Eintiefungen (hl. Florian).

Bildstock, (in Distelhof) Gdst. Nr. 1107
KG Pistorf
An der Kreuzung Pistorf/ Leitenweg situierter, hoher stelenartiger Pfeiler, 19. Jh., mit quadratischem Grundriss. Durch Kehlgesims unterteilt; über ausladender gekehlter Traufe blechgedecktes Pyramidendach. An den Seitenflächen rundbogige Ein-tiefungen, diese im unteren Teil mit Heiligenfiguren bemalt sind. Denkmalschutz nach §2

Flur-/Wegkapelle, Marien, (Dornach 10), Gdst. Nr. 137/2
KG Dornach
Kleiner Bau über rechteckigem Grundriss, an Frontseite über rechteckigem Eingang bezeichnet 1965. An Seitenwänden große rundbogige Fenster.

Bildstock, (Dornach ggü. 21), Gdst. Nr. 465/1
KG Dornach
Übergiebelter Bildstock, 19. Jh., über rechteckigem Grundriss. Lisenen an Eckkanten und umlaufende Kehltraufe. An Frontseite in rundbogiger Nische neobarocke Marienfigur, 19. Jh.; rundbogige Eintiefungen mit gemalten Heiligendarstellungen an Seitenwänden.

Das Kulturgutmuseum kann bei
Fam. Theresia und Josef Schimpel
in Sausal 55 besichtigt werden
Tel. +43664/9592784

|
|
|