06. Jänner – DREIKÖNIG (Epiphanie – Fest der Erscheinugn des Herrn) | Die DREIKÖNIGSNACHT (5. auf 6. Jänner) ist die letzte der vier Raunächte. Im Ennstal kommen an diesem Tag die „Perchtln” und überprüfen, ob der Haushalt wohl sauber geführt werde.
Ennstal: GLÖCKLERLAUF(Glöckler tragen auf den Schultern große von innen beleuchtete Kappen, z.T. mit Darstellungen biblischer Szenen). Brauch stammt aus dem ausklingenden 19. Jh. und kam aus dem Oberösterreichischen Salzkammergut in die Steiermark.
STERNSINGERAKTION – Sammlung im Dienste der Weltmission seit den 1950er Jahren. Der Dreikönigssegen „CMB” wurde in jüngster Zeit christologisch in Christus mansionem benedicat (Christus segne die Wohnung) umgedeutet.
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02. Februar – MARIA LICHTMESS | Fest der Darstellung des Herrn – Markierte früher das Ende der Weihnachtszeit und war zugleich der Tag für den Einstand und Weggang der Dienstboten. Das Fest wird mit Lichterprozessionen und Kerzenweihen begangen. Zwischen Dreikönig und Lichtmess sind in St. Lorenzen/Mürztal die Lichtmesssänger im Pfarrgebiet unterwegs und bitten um eine Spende für pfarrliche Zwecke.
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14. Februar – VALENTINSTAG | Am VALENTINSTAG beschenken wir unsere Lieben mit kleinen Geschenken. Ausgehend von England ist dieser Brauch nunmehr auch bei uns beheimatet.
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FOASTPFINGSTA | Der Donnerstag vor dem Faschingsdienstag wird in der nördlichen Oststeiermark "FOASTPFINGSTA" bezeichnet und leitet die "Foastwoche" (früher gab es in dieser Woche besonders reichhaltige Mahlzeiten) ein.
Mancherorts kennt man hier noch das "FLEISCH- oder SPECKSAMMELN". Maskierte ziehen mit Spiel und Tanz von Haus zu Haus. Oft erhalten sie ein Stück Selchfleisch oder anderes, das gemeinsam verspeist wird.
Vor allem in der Oststeiermark kennt man nach das "SAUSCHÄDL-STEHLEN" – ein nachbarschaftliches, bäuerliches Stehlbrauchtum. Der nach einer Hausschlachtung heimlich entwendete Schweinekopf wird geschmückt und beim "Sauschädlball" als Corpus delicti präsentiert. In einer Gerichtsverhandlung werden die Diebe und auch der Hausherr wegen mangelndes Verwahrung verurteilt. Mit anschließendem Tanz klingt das Fest aus.
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FASCHINGSSONNTAG BIS FASCHINGSDIENSTAG | Maskenumzüge im gesamten Land. Viele Zuschauer erleben alljährlich den AUSSEER-FASCHING: Am Sonntagabend werden in den Gaststätten „Faschingsbriefe” in gereimter Form verlesen oder gesungen; Vorkommnisse im Ort und „Schandtaten” einzelner Personen kommen dabei zur Sprache und sorgen für Erheiterung. Am Montag sind die „Trommelweiber” unterwegs; der Faschingdienstag gehört den „Flinserln”. In ihren mit Stoffapplikationen und Silberflitter bestickten Gewändern, oft Familienerbstücke, ziehen sie von einer Streichmusik angeführt durch den Ort. Die „Zacherln” bahnen mit ihren Stöcken, an denen Schweinsblasen befestigt sind, dem Zug einen Weg durch die Zuschauermengen. Aus ihrem Nusssack werfen die Flinserl den Kindern Nüsse zu.
Der Faschingsdienstag ist die eigentliche Fastnacht. Bekannt ist auch das MURAUER FASCHINGRENNEN. Maskierte (Wegauskehrer, Heangreifer, Schmied, Bär, Schellfasching, Glockfasching etc.) bewegen sich im Dauerlauf von Haus zu Haus. Jedem Hausbesitzer wird das "Fasching-Ross" – dargestellt durch eine Maskengruppe – verkauft.
Ein großes Ereignis ist ebenso der traditionelle KLEINEN ZEITUNG-MASKENUMZUG, der seit 1970 durchgeführt wird.
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ASCHERMITTWOCH | Der ASCHERMITTWOCH steht am Beginn der 40-tägigen Fastenzeit (eigentlich 46 Tage, an den Sonntagen darf aber nicht gefastet werden). In der Kirche zeichnet der Priester den Gläubigen das Aschenkreuz als Zeichen der Vergänglichkeit auf die Stirn (Asche aus verbrannten gesegneten Palmzweigen des Vorjahres).
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17. März – GERTRUDENTAG | Am GERTRUDENTAG wurde früher die Spinnstubenarbeit der Mägde eingestellt. Es begann für sie die Feld- und Gartenarbeit.
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19. März - JOSEFITAG | Josef aus dem Geschlecht Davids war als Zimmermann in Nazaret tätig und wurde als Verlobter Marias zum Nährvater Jesus. Josef ist auch Landespatron von der Steiermark, Kärnten und Tirol. Ebenso ist er seit 1870 Patron der katholischen Kirche. |
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FASTENSONNTAG | Am 5. FASTENSONNTAG (Judika) werden die Kreuze in den Kirchen mit so genannten “Fastentüchern“ (in jüngerer Zeit auch in Form von Meditationstüchern) verhüllt; bis zur Auferstehung bleiben sie hängen. Die Fastentücher sind besonders in der nördlichen Steiermark verbreitet.
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KARWOCHE | Die Karwoche ist das Ende der Fastenzeit und der Beginn der österlichen Zeit. Die Karwoche beginnt am Palmsonntag und endet am Karsamstag.
PALMSONNTAG: Erinnerung an den feierlichen Einzug Jesu in Jerusalem. Symbol: Palmbuschen in verschiedenen Gestaltungsvarianten; in der Messe wird erstmals die Passion gelesen. Bei uns werden am Palmsonntag statt der Palmwedel Weiden mit Palmkätzchen geweiht. Die Bezeichnung der Palmbuschen ist regional verschieden - vom Palmbesen über Palmbuschen bis Palmschüppel.
GRÜNDONNERSTAG: früher Antlasstag (=Entlassung aus der Kirchenstrafe); Drei mögliche Namenserklärungen für Gründonnerstag: 1. früher in der Liturgie getragene grüne Messgewänder; 2. in früherer Zeit Sünder mit Kirchenstrafen belegt – erst wieder zu Ostern zu Sakramente zugelassen – schmückten ihre Gewänder mit grünen Zweigen (Zeichen für neues Leben); 3. Büßer beklagten ihren Zustand; grün kommt demnach von Greinen. Heute verschiedene Grünbräuche – auch beim Essen: Spinat mit Spiegelei. In der Kirche: das Allerheiligste ausgesetzt; Glocken schweigen bis zur Auferstehung – Ratschen riefen früher zu den Betzeiten; heute: Ratschergruppen ziehen Sprüchlein sagend von Haus zu Haus und erhalten kleine Gaben. Im traditionellen Gründonnerstagsgottesdienst wird an das biblische Ereignis der Fußwaschung erinnert. So wäscht Jesus als Zeichen seiner Dienstbarkeit den Jüngeren die Füße. In Mariazell erfolgt im Anschluß an diese Gründonnerstag-Abendmesse mit der Fußwaschung das Apostelessen.
KARFREITAG: Gedenken an Kreuzigung und Grablegung Christi; Kreuzesanbetung; Aufstellen des hl. Grabes. An diesem Tag sind die Kirchenglocken stumm, nachdem sie sich am Gründonnerstag verabschiedet haben und nach "Rom" geflogen sind. Erst zum Gloria der Karsamstagsmesse sind sie wieder zu hören. Ein schöner Brauch an diesem Tag ist wie bereits oben erwähnt das Ratschen. So bauen Kinder Hammer-, Kasten- oder Flügelratschen und geben anstelle des Glockengeläutes die Gebetszeiten an und sagen dazu Sprüche auf.
KARSAMSTAG: Am frühen Morgen Feuersegen; Weihfeuerträger bringen das gesegnete Feuer in die Häuser; erhalten kleine Gaben (Geldspenden, Ostereier). In der Osternachtfeier ertönen zum Gloria Glocken und Orgel erstmals wieder; „Weihfleischessen“ in den Familien; Ende der Fastenzeit. Osterfeuer an den Hängen angezündet.
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OSTERSONNTAG | Bis Mitte des 16. Jh. wurde Ostern vielerorts als Jahresanfangstermin gesehen und war neben den christlichen Glaubensvorstellungen mit zahlreichen Frühlingsbräuchen verbunden. Osterei: das Symbol des Festes; das klassische Ei ist das rote; (Rot gilt als Farbe der Freude, des Lebens, des Triumphes).Mittlerweile gibt es Ostereier mit verschiedensten z. T. kunstvollen Verzierungen; das Ei wird zum Sammelobjekt.„Maschta-Singen“ (= Marter- bzw. Leiden-Christi-Singen) Mooskirchen, Hitzendorf (Weststeiermark): Bußprozession zur Kirche mit geschmücktem Vortragskreuz; Buß- und Osterlieder werden gesungen; die Texte und Melodien reichen bis ins Mittelalter (1348/49), die Prozession selbst stammt aus der Zeit des ersten Auftretens der Pest. Mit dem Ostersonntag ist auch die Fastenzeit vorbei und damit auch wieder das Tanzen erlaubt. So finden in der ganzen Steiermark Ostertanz-Fest statt.
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OSTERMONTAG | Am Ostersonntag stehen die Ereignisse rund um die Auferstehung von Jesus im Mittelpunkt. Er ist der letzte Feiertag in der Osterzeit. Der Osterspaziergang an diesem Tag soll an den Gang der Jünger von Jesus nach Emmaus, einem Ort nordwestlich von Jerusalem erinnern. Emmausgänge gibt es auch in der Steiermark, so beispielsweise im weststeirischen Wernersdorf. |
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SYMBOLE DES OSTERFESTKREISES | KALVARIENBERGE Sind ein Nachempfinden des Leidensweges Christi fernab vom Heiligen Land.In der Steiermark gibt es über 70 Kalvarienberge, großteils in den Bezirken Liezen und Murau angesiedelt.
OSTEREI-ANTLASSEI Das Osterei gilt als Symbol für die Entstehung des Lebens. Das "Eierpecken" ist ein beliebter Osterbrauch. Das Antlassei soll eine besondere Wirkung haben und steht im Zusammenhang mit dem Nachlass der Sündenstrafe.
OSTERHASE Der Osterhase gilt als Sinnbild der Fruchtbarkeit. Bis zum 16. Jhdt. wurden die Eier von verschiedenen Tieren wie dem Hahn oder dem Fuchs gebracht. Erst um 1800 hat sich der Hase als "Eierbringer" durchsetzen können. |
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1. April - APRILSCHERZ | Beim Aprilscherz handelt es sich nach einer religiösen Überlieferung nach um einen Unglückstag, weil an jenem Tag der Teufel vom Himmel in die Hölle geschickt wurde und Judas Iskariot geboren und durch Selbstmord gestorben sei (Engelsturz). So eine Variante der Herkunft des Brauches des Aprilschickens, der in unseren Breitengraden sehr beliebt ist. |
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23. April – HL. GEORG | HL. GEORG – früher bevorzugter Termin für Aussetzen von Kartoffeln – auch Markus, Philippus, Jakobus und der 1. Mai waren günstige Tage. In anderen Gegenden wieder galt dieser Zeitraum als „Wurmwoche“ und war völlig ungeeignet. Mancherorts galt die Karwoche als besonders geeignet für Kartoffelanbau.
Neben den Termintagen (dienten v. a. der Strukturierung des Arbeitsjahres) spielten auch Tierkreiszeichen und Mondphasen eine gewisse Rolle (damit verbundene Vorstellungen: im Zeichen Waage, Widder, Löwe werden Kartoffeln kräftig und schwer; im Zeichen Krebs aber werden sie „haxert“). Mond und Tierkreiszeichen erlangten im Rahmen der Esoterikwelle neue Bedeutung für Handlungen aller Art.
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25. April - HlL. MARKUS | Der zur Zeit Jesus lebende Heilige Markus (einer der 4 Evangelisten) war auch nach dem Tod von Christus als Missionar und Verkünder des Evangeliums tätig. Maurer oder Bauarbeiter verehren ihn als Schutzpatron. Auch die Bauern erbitten seinen Schutz gegen Blitz und Hagel. Markusprozessionen sind in der Steiermark stark verbreitet. |
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CHRISTI HIMMELFAHRT | Der Vorstellung der Himmelfahrt des Herrn gemäß, wird jeweils am Donnerstag, 40 Tage nach dem Ostersonntag, dieser Festtag gefeiert, da nach der Bibel Jesus den Aposteln 40 Tage hindurch erschienen sei und ihnen vom Reich Gottes berichtete. Die drei Tage davor gelten im kath. Glauben als Bitt-Tage.Ein steiermarkweit verbreiteter Brauch ist das Ausblasen der Osterkerze und das Verzehren von etwas Fliegendem - also eines knusprigem Backhenderl. |
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WALPURGISNACHT | Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai ist auch als Walpurgisnacht bekannt und symbolisiert den Übergang in den Frühling. Das heißt, die Mächte der Finsternis weichen den siegreichen Kräften der wärmenden Sonne des Frühlings und entfliehen als Wetterhexen in den Lüften. |
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1. Mai - MAIBAUMAUFSTELLEN | Heute vor allem von Vereinen, Gastwirten und den Gemeinden getragen, aber auch im privaten Rahmen noch nicht ganz verschwunden. Wobei nicht mehr ausschließlich den "heiratsfähigen Mädchen" heimlich ein Maibaum gesetzt wird, sondern auch den Burschen (Nordoststeiermark). Das Maibaumumschneiden in den Sommermonaten wird von einem kleinen Fest begleitet. Das Maibaumbrauchtum wurde wie viele andere Bräuche in den Jahren 1938–1945 sehr stark politisch vereinnahmt. |
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1. Mai – STAATSFEIERTAG | FESTTAG DER ARBEITER: Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai ist die Walpurgisnacht – eine Orakel- und Zaubernacht. In dieser Nacht findet, so die Überlieferung, das große Treffen der Hexen am Blocksberg statt. Besonders in der nördlichen Steiermark wird allerlei Schabernack getrieben und gewisses Fehlverhalten gerügt. Bei Schlampigkeit Mistkübel vor die Haustür leeren oder mit Mist beladenen Leiterwagen aufs Dach stellen usw). Dabei handelt es sich um einen Ventilbrauch; dient auch der sozialen Kontrolle.
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FLORIANITAG | Am vorausgehenden oder nachfolgenden Sonntag, je nachdem, auf welchen Wochentag der Florianitag fällt, wird des HL. FLORIAN gedacht, der auch Schutzpatron der Feuerwehren ist.
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12. bis 15. MAI - DIE EISHEILIGEN | Zu den Eisheiligen zählen grundsätzlich 5 Heilige. Jedoch sind vor allem Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie (das kalte Sopherl) bekannt und Mamertus eher unbekannt. Die Eisheiligen werden auch als Eismänner oder wie im Mandlkalender als Wetterheilige genannt. Es gibt auch zahlreiche Wettersprüche. Der Hintergrund liegt in der oftmals wiederkehrenden Kälteperiode. |
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25. Mai - HL. URBAN | Der Hl. Urban gilt als Weinheiliger. Er genießt in den Weinbaugebieten der Süd-West-Oststeiermark eine große Beliebtheit und Verehrung. So zählt das Urbanifest in Ratsch an der südsteirischen Weinstraße zu einer besonders traditionellen Festivität. |
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14. Mai – MUTTERTAG | 1909 wurde der Muttertag in Amerika eingeführt. 1924 trat Marianne Hainisch, Ehefrau des Bundespräsidenten, für die Übernahme des Muttertags ein. Nach und nach breitete sich dieses Brauch in ganz Österreich aus.
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| PFINGSTEN | PFINGSTEN: 50. Tag nach Ostern – neben Ostern und Weihnachten das dritte Hauptfest im katholischen Kirchenjahr. Das Pfingstfest erinnert an die Herabkunft des Heiligen Geistes. Es bildet den Abschluss des Osterfestkreises und ist der klassische Firmungstermin.
RANGGELN in Ramsau, in Oberwölz und bei der Pfingstlacken auf dem Aichberg / Murau: Diese Art Ringkampf erfolgt nach bestimmten Regeln und in verschiedenen Altersklassen. Sieger ist, wer seinen Gegner auf beide Schultern legt. Der jeweilige Gesamt-Tagessieger wird Hagmoar genannt. Er erhielt früher die Schneidfeder an den Hut gesteckt, heute gibt es Pokale.
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PESTKERZENUMGANG | Am Dreifaltigkeitssonntag (Wallfahrtstag für viele Ortschaften) findet der PESTKERZENUMGANG in St. Benedikten bei Knittelfeld statt. In einer Prozession wird die Pestkerze (eine 14 Meter lange Holzstange, die spindelförmig mit Wachs überzogen ist und an deren Spitze befindet sich eine brennende Laterne) zu vier Feldaltären getragen. Die Pestkerze wird in der Mitte von vier Männern über ein Tragkreuz getragen – zusätzlich helfen 6 Meter lange, geschmückte Stützstangen mit je einem Träger. Die Träger werden von den "12 Besitzerfamilien" ausgewählt. Stirbt in einer dieser Familien ein erwachsenes Mitglied, wird die Stützstange mit schwarzen Bändern versehen. Im Todesfall eines Kindes mit einem blauen Band. Dieser Brauch dürfte auf ein Gelöbnis zurückgehen.
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| FRONLEICHNAM | FRONLEICHNAM – von mhd. vrón = göttlich und lîchnam = Hülle, Leib) – ist ein kirchlicher Demonstrationsbrauch am zweiten Donnerstag nach Pfingsten zur Verehrung des Altarsakraments und wurde 1264 von Papst Urban IV. in der Bulle Transiturus für die gesamte katholische Kirche vorgeschrieben. Besonders zur Zeit der Gegenreformation erhielten kirchl. Schaubräuche reiche Ausprägung. Heute finden zu Fronleichnam Prozessionen im ganzen Land statt und an vier im Freien aufgestellten Altären wird ein Teil des Evangeliums verlesen. Das Laub der entlang des Weges aufgestellten Birken erhält durch Vorbeitragen des Allerheiligsten besondere Segenskraft. In der Weststeiermark werden prachtvolle BLUMENTEPPICHE entlang des Prozessionsweges und vor den Altären in Form christlicher Symbole gefertigt. Ein besonderer Fronleichnamsbrauch ist auch das JUNGFRAUEN-AUFWECKEN in der Gegend um Schladming. So ziehen am Fronleichnamsmorgen Musiker von Haus zu Haus und wecken die Schlafenden, um danach eine kleine Gabe zu erhalten.
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21./24. Juni – SOMMERSONNWENDE | SONNWENDFEUER bzw. JOHANNISFEUER: heute vielfach von Jugendgruppen getragener Brauch am Vorabend zu Johanni (bzw. am Vorabend des 21. Juni oder am darauf folgenden Wochenende).
SONNWEND-RACHN (Geistthaler und Semriacher Gebiet): Das Feuer wird ständig durch frische Reisigäste gespeist. Dadurch entwickelt sich starker Rauch, der, soweit er reicht, Segen bringen soll.
Im steirischen Ennstal: Am Vortag von Johanni werden Sträuße aus verschiedenen Kräutern und Blumen (Johanniskraut, Steinnelken u. a.) gebunden und an Fenstergitter und Türen gehängt (Segen-, Glück bringend, Schutz vor Blitzschlag). Um Johanni – RANGGELN der Burschen auf der Stolzalpe (Ranggeln siehe auch Pfingsten).
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24. Juli – HL. CHRISTOPHORUS | HL. CHRISTOPHORUS – Schutzpatron für Reisende, Kraftfahrer; Beschützer vor dem plötzlichen Tod. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Fahrzeugsegnungen über Autofahrervereine und der ORF-Sendereihe "Autofahrer-Unterwegs" populär. Die ersten Fahrzeugsegnungen dieser Art in Österreich und Südtirol fanden im Jahre 1928 statt.
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25. Juli – HL. JAKOBUS | HL. JAKOBUS – Uneinigkeit über seine Herkunft; trägt den Beinamen "der Ältere". Er wird dargestellt als Apostel mit Buch oder als Pilger mit Stab. Beutel und Pilgermuschel sind Reliquien in Santiago de Compostela (Wallfahrtsort in Nordspanien)
In jüngerer Zeit wieder populär geworden ist, "sich auf den Jakobusweg begeben", d.h. per Rad, zu Fuß oder zu Pferd die Pilgerreise nach Spanien zu unternehmen. Kann die vorgegebene Mindestwegstrecke mittels Stempel nachgewiesen werden, erhält man die offizielle Urkunde der Kathedrale von Santiago. Es gibt speziell auf Pilger eingerichtete Unterkunftsstätten, Pilgerführer, beschilderte Pilgerwege.
PILGERMUSCHEL: Ursprung der "Jakobsmuschel" ist in einer Legende des Hl. Jakobus begründet, wonach ein von seinen Jüngern vor dem Ertrinken aus dem Meer geretteter portugiesischer Ritter am ganzen Körper mit Jakobsmuscheln bedeckt war. In der 1.Blütezeit der Jakobuswallfahrt (ab 2. H. 12. Jh.) treten Pilgerabzeichen erstmals auf. Muscheln wurden bei Devotionalienhändlern gekauft, bestand aus Gagat (Pechkohle) oder Metall. Man sprach ihr heilende Wirkung und Wunder zu, wurde zum Inbegriff der Wallfahrt. Am Land ehemals wichtiger Lostag für Witterung und Ernte.
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OSWALDIFEST | Erster Sonntag im August – OSWALDIFEST mit Samsonumzug in Krakaudorf. Heiliger Oswald (5. August) ist Pfarrpatron des Ortes. Krakaudorfer Samson ist ca. sechs Meter hoch, rund 70 kg, bekleidet mit Helm, Waffenhemd, trägt in der Rechten eine Hellebarde und in der Linken einen Eselskinnbacken. Der Träger ist unter dem bodenlangen Rock verborgen. Nach der Messe finden zu Ehren der Honoratioren und anwesender Sommergäste gegen Geldgaben Generaldechargen mit Ehrensalve und ein Tanz des Samsons statt. HL OSWALD: Viehpatron, Wetterheiliger; geb. 605 in Nordengland; Kult breitete sich über Ordensleute aufs Festland aus; in Kärnten und Stmk. besondere Verehrung – nach ihm sind viele Ortschaften und Kirchen benannt.
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15. August: MARIA HIMMELFAHRT | Besonders in der Obersteiermark und der nördlichen Oststeiermark ist das Segnen von Frauenbuschen (Getreide, Kräuter, Blumen) in der Kirche stark verbreitet.
15. August: GROßER FRAUENTAG: In der Gemeinde Maria Buch-Feistritz pilgern zum Wallfahrtsort Maria Buch seit Menschengedenken anläßlich des "Großen Frauentages" an die 10.000 Wallfahrer und über 120 Krämer sowie Marktfahrer verkaufen ihre Produkte. Es gibt beginnend um 7.00 Uhr stündlich Messen und um 15.00 Uhr den "Großen Schlusssegen".
15. August: WALLFAHRT zur "Maria im Stein" der Bewohner der Pfarren St. Martin am Grimming, Öblarn, Irdning, Klein-Sölk, Stein a.d. Enns, Gröbming, Haus i. Ennstal, Schladming und Bad Mitterndorf. Die Pilger versammeln sich bei ihren Pfarrämtern und wandern zum Bildstock am "Großen Anger" an der Passtraße. Dort formieren sie sich zu einer Prozession und treffen nach einem rund halbstündigem Fußmarsch beim Marienbild ein. Marienandacht und Predigt beschließen die Wallfahrt.
15. August: SAMSONUMZUG MURAU Wurde 1968 wiedereingeführt – in einer historischen Quelle (1746/47) ist dargelegt, dass die Tamsweger damals einen Samson nach Murau verkauften. Der Umzug besteht aus Stadtkapelle, Gardehauptmann, Kapuziner, Fahnenpatinnen, Samson (Gewicht 85 kg, Höhe 5,20 m) und Bürgergarde. Vor den Häusern von Honoratioren wird eine Salve abgeschossen und der Samson beginnt zu tanzen – als Dank für die Ehrerweisung erhält er eine Geldspende. Bayrische Kapuziner sollen Einführung der Riesengestalten in den Lungau vorangetrieben haben, von wo aus dieser Brauch in die Steiermark (Murau und Krakaudorf) kam. Unter Josef II. waren die Umzüge verboten worden.
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24. August - HL. BARTHOLOMÄUS | Der Hl. Bartholomäus zog als Wanderprediger durch Armenien, Indien und Mesopotamien und soll eine besondere Fähigkeit zur Heilung von Kranken und Besessenen gehabt haben. Er wurde zum Patron der Fleischhauer, Lederverarbeiter und Winzer. Auch der Spruch "Wissen, wo der Barthel den Most holt" steht in Zusammenhang mit dem Hl. Bartholomäus. Der 24. August gilt auch als Lostag für due Weinernte. Im südweststeirischen Weinbaugebiet werden alljährlich am 24. August die Windräder oder KLAPOTETZ in Gang gesetzt. Sie sollen die Vögel aus den Weingärten verscheuchen. Damit sie besonders klingen, müssen sie aus Steinobstholz (Kirsche oder Weichsel) gefertigt sein. Dieses Holz erzeugt nämlich für uns unüberhörbare, schrille Obertonschwingungen, die die Singvögel beträchtlich stören. Die Bezeichnung "Klapotetz" kommt aus dem Slowenischen.Der BARTHLMÄ-KIRTAG findet in Ranten mit Schützengarde, Kirtagsstandln und Musik statt. |
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Montag nach 1. September – ÄGIDIMÄRKTE | Am Montag nach dem 1. September finden ÄGIDIMÄRKTE in Altaussee oder Graz beispielsweise statt. ÄGIDIUS ist einer der 14 Nothelfer und u.a. Stadtpatron von Graz – früher Landespatron von der Steiermark. Meist dargestellt als Beschützer einer Hirschkuh bzw. mit Pfeil in der Brust. Patronate: Reisende, Kaufleute, Jäger; Schutz vor Feuer, Sturm u. Unglück.
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8. September - MARIÄ GEBURT | Als "kleiner Frauentag" bekannt, aber im Gegensatz zum "Großen Frauentag" (15. August) kein Hochfest, jedoch ein Tag für Wallfahrten und Almabtrieb.
ALMABTRIEB Der Almabtrieb stellt das Ende der Almwirtschaft dar. Für den Heimweg wird das Vieh geschmückt und mit großen Abfahrtsglocken behängt. Ist ein Todesfall am Bauernhof oder ein Unglück auf der Alm passiert, so wird um den Kranz des Tieres ein sog. "Klagbüschel" befestigt. |
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14. September - HL. NOTBURGA | Die Hl. Notburga gilt als Schutzpatronin der Dienstmägde und des Feierabends! |
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20. September: EUSTACHIUSMESSE | In den Wildalpen wird an Eustachius im Rahmen einer Messe mit abschließendem Tanz gedacht. EUSTACHIUS zählt zu den 14 Nothelfern und ist Jagdpatron. Der Legende nach war er General zur Zeit Kaiser Trajans (98-117n. Chr.). Während einer Jagd erschienen ihm im Geweih eines verfolgten Hirsches Kreuz und Erlöser, worauf er sich zum Glauben bekehrte. Als Jagdpatron wurde er weitgehend von HUBERTUS abgelöst. In Wildalpen wird Eustachius im Rahmen einer Feier mit anschließendem Tanz gedacht. |
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29. September - HL. MICHAEL | Die katholische Kirche gedenkt an den Erzengel Michael, der als Schutzpatron der kath. Kirche in einer Ritterrüstung gerade einen Drachen tötend, dargestellt wird. Der Michaelstag gilt auch als Wetter- und Lostag. |
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4. Oktober - HL FRANZ v. ASSISI | Der Hl. Franz v. Assisi gilt als Gründer des christlichen Franziskanerordens. Er lebte als Einsiedler in der norditalienischen Stadt Assisi und hat sich dem Bettelorden verschrieben. Im Jahre 1224 empfing er die Wundmale (Stigmata) Christis. Er ist Schutzpatron der Tiere. So finden auch an diesem Tag häufig in der Steiermark Tiersegnungen statt. |
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ERNTEDANK
| Älteren Berichten zufolge, wurden am Erntedanksonntag Naturalienspenden für die Ortsarmen gesammelt. Übergroße und außergewöhnlich geformte Früchte wurden zudem auf den Seitenaltären der Kirchen ausgestellt. Die heutige Form des Erntedankschmucks sind Monstranzen, Kelche und Kronen kunstvoll gebunden aus verschiedenen Getreidesorten und Feldfrüchten, verbreitete sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgehend von der südlichen Weststeiermark. Die Erntekrone ist zweifellos das Hauptsymbol für den Erntedank. Kinder tragen Erntekörberl, gefüllt mit verschiedenen Obst- und Gemüsesorten in die Kirche.
Ein besonders schönes ERNTEDANKFEST findet im südsteirischen Leibnitz statt.
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12. Oktober – HL. MAXIMILIAN | MAXLAUNMARKT – Sonntag, um den 12. Oktober in Niederwölz (Bezirk Murau) – großer Krämer- und Landmaschinenmarkt. In diesem Zusammenhang wird das "FREIUNG-AUSTRAGEN" – ein ehemaliger Marktrechtsbrauch – praktiziert: Der an einer geschmückten Stange befestigte Schwertarm – Symbol für die Gerichtshoheit der früheren Grundherren über das Marktgeschehen – wird in feierlichem Umzug durch den Ort getragen.
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18. Oktober - HL. LUKAS | Der Hl. Lukas gilt als Schutzpatron des Viehs. Die Bauern mischen beim Vieh-Futter an diesem Tag einen Lukas-Zettel mit Segenssprüchen unter, um sie vor Krankheiten und Seuchen zu bewahren. |
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13. Oktober - HL. KOLOMAN | Das Fest des Hl. Koloman, der niemals offiziell heilig gesprochen wurde, feiert man am 13. Oktober. Er wird trotzdem als himmlischer Helfer gegen Krankheiten, Unwetter und Feuergefahr angebetet. |
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RUABFELDLN | Am letzten Sonntag im Oktober findet das RUABFELDLN in Gößl am Grundlsee statt.Vormittags "RAFFLMEß" im Gedenken des Ortspatrons Erzengel Raffael; um die Mittagszeit gehen die Bewohner zum Ruabfeldplatz am Fuß der senkrecht aufragenden "Stoafeldwand". Burschen und Mädchen (schulpflichtige Kinder der Ortschaft Gößl) bereiten an zurechtgerichteten Feuerstellen Schnapstee als Willkommensgruß für die eintreffenden Besucher vor. Anschließend bereiten sie das sogenannte "Esch(d)bohnkoch" – einen Kartoffelsterz aus in Fett gerösteten, rohen, geschnittenen Kartoffeln – zu. Am späten Nachmittag endet das "Ruabfeldln". Dieser Brauch soll mit dem im Herbst gefürchteten Wettersturz zusammenhängen: Um die Rübenernte möglichst ohne Unterbrechung durchführen zu können, beauftragte man Kinder zu kochen.
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01.-02. November – ALLERHEILIGEN UND ALLERSEELEN | Anfänglich wurde für christliche Märtyrer ein Gedenktag innerhalb des Osterfestkreises abgehalten. Papst Gregor IV verlegte schließlich den Tag unter dem Namen "Fest aller Heiligen" im Jahre 835 auf den 1. November. Rund 170 Jahre später ordnete Papst Johannes XVIII im Jahre 1006 offiziell einen Gedenktag für alle übrigen Toten an (Allerseelen). Das Totengedenken hat heute den eigentlichen Feiertag Allerheiligen nahezu überdeckt. In der gesamten Steiermark verbreitet ist der "Allerheiligenstriezel", besonders findet man ihn aber im Ennstal und in der Oststeiermark vor. Taufpaten beschenken ihre Patenkinder mit diesem Festgebäck.
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3. November - HL. HUBERTUS | Der Legende nach wurde der Hl. Hubertus von einem Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih bekehrt. Daher ist der Hl. Hubertus auch der Schutzpatron der Jagd und Jgdschützen. Neben der traditionellen Hubertusjagd wird sein Gedenktag auch mit geweihtem Hubertusbrot entsprechend gefeiert. |
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11. November – MARTINI | Der Gedenktag an den HL. MARTIN zählt zu jenen Tagen, wo ein besonders reichhaltiges Mahl eingenommen wird. Es wird dies "Martiniloben" genannt. Geflügel – besonders Gänse (Martinigänse) sind gefragt.
Am Vorabend zu Martini gehen als "KASMANDLN" verkleidete Kinder von Haus zu Haus und wünschen den Hausleuten viel Glück, wofür sie kleine Gaben erhalten. Die Kasmandln (so werden sie im oberen Ennstal bezeichnet) sind geisterhafte Wesen, die in den leeren Hochalmen einziehen und am Martini-Vorabend zu den Menschen in den Häusern kommen. Im Mittleren Ennstal werden sie als "Almraunzl" bezeichnet, während sie im Mur- und Mürztal "Hüttenwaberl" oder "Winterschwoagerin" heißen.
Der rheinländische Brauch des LATERNENFESTES kam ebenso vor einigen Jahren zu uns und wird hauptsächlich in Kindergärten mit Liedern und einem Lichterumzug begangen.
MARTINUS (316-397), Sohn eines römischen Tribuns, war zunächst im römischen Heer tätig, ließ sich im Alter von 18 Jahren taufen, wurde Missionar und gründete später eine Eremitensiedlung. 371 rief ihn die Bevölkerung entgegen dem Einspruch mehrerer Bischöfe zum Bischof von Tours aus. Die Legende besagt nun, dass Martin, er fühlte sich nicht des Bischofsamtes würdig und wollte sich durch Verstecken (in einem Gänsestall) dieser Aufgabe entziehen, von den Gänsen verraten wurde. Von den Gläubigen entdeckt, musste er sich zum Bischof weihen lassen. Der Hl. Martin wird dargestellt als römischer Soldat mit Bettler zu Füßen oder als Bischof mit Gans.
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25. November – St. KATHARINA | Der KATHREINTAG bzw. der darauffolgende Sonntag ist der Zeitpunkt für den letzten Tanz vor der stillen Adventzeit. Vielerorts werden "KATHREINTÄNZE" veranstaltet.
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1. ADVENTSONNTAG | Am 1. Adventsonntag wird das 1. Licht am ADVENTKRANZ angezündet. Der Adventkranz ist ein sehr junger Brauch, ursprünglich evangelischer Herkunft – kam aus Norddeutschland über Jugendbewegungen und evangelischen Gemeinden Ende der 1920er Jahre nach Österreich, doch erst nach 1945 hat er sich über Kindergärten, Schulen und Kirchen als vorweihnachtliche Dekoration im privaten Haushalt weitläufig etabliert.
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4. Dezember – HL. BARBARA | Festtag der HL. BARBARA – vor allem in den Bergbauorten gefeiert. In den ost- und weststeirischen Braunkohlerevieren gibt es ein Barbara-Amt in der Kirche mit anschließender Feier in einem Gasthof. In den obersteirischen Revieren um den Erzberg: Aufführungen von Knappentänzen („Schwert- oder Reiftänze”) An der Montanuniversität Leoben ist der Barbaratag der Haupttermin für Anfang und Ende des Studiums. Studenten müssen als eine Art Aufnahmeritual den Sprung über das Bergleder, den LEDERSPRUNG, absolvieren Die graduierten Diplomingenieure hingegen begeben sich im schwarzen Bergkittel zum Brunnen am Leobener Hauptplatz, wo sie die steinerne Brunnenfigur des Bergmannes zum Abschied küssen.
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6.Dezember: HL. NIKOLAUS | Der gabenbringende NIKOLAUS kommt schon am Vorabend (5. Dez.) – manchmal begleitet vom Krampus – die Kinder in den Häusern; vielerorts tritt der „Nikolo” nicht persönlich auf, sondern legt in bereitgestellte Gefäße ein. Bis zur Einführung des Christbaumes war „Nikolaus” das eigentliche Bescherfest für die Kinder. In vielen Orten gibt es am 5. Dezember „Krampustreiben”, ähnlich den Salzburger Vorbildern, wo vielfach besonders kostbare Holzmasken verwendet werden. Die Entwicklung hin zu „prächtigen” Masken erfolgte hauptsächlich erst in den letzten Jahrzehnten. Früher trat der Krampus ausschließlich in Begleitung des Nikolaus auf.
KRIPPEN Zwei Grundtypen: orientalische (Geburtsszene in Ruine, Palmen) und regionale Krippen (mit Bauernhäusern und dazugehörigem Alltagsleben). Die Krippen in Kirchen sind im Vergleich zu den Privatkrippen meist wesentlich größere Ausführungen. Krippen gibt es in unterschiedlichen Varianten und Materialien zu kaufen. Es gibt auch Bastelanleitungen für den Selbstbau. Das Salzkammergut ist bekannt für besonders umfangreiche Krippen. Krippenschnitzer waren hauptsächlich die Bergknappen um den steirischen Erzberg und den Ausseer Salzberg. In Eisenerz ist für Interessierte eine Krippenschau eingerichtet.
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HL. ABEND BIS NEUJAHR | Die Adventzeit war früher eine strenge Fastenzeit, die erst mit der Christmette zu Ende ging. Das Festessen nach der Mette fiel daher besonders reichlich und fett aus. Der Christtag war ein reiner Familienfesttag. Der Stefanitag galt als Besuchstag. Es war auch der Tag, an dem die Pferde – STEFANIRITT – bewegt wurden. In der nördlichen Weststeiermark vor allem werden Stefani-Ritte veranstaltet.
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CHRISTBAUM | Der CHRISTBAUM kommt aus dem Elsass und war zuerst bei Adel und Bürgertum verbreitet. Der erste Christbaum wurde in Graz um 1825 bei Dr. Carl Pachler (Advokat und Bierbrauer) gesichtet. Die Kirche hat den Christbaum – nachdem eine Verbreitung nicht mehr aufzuhalten war – christlich gedeutet (aufsteigendes Licht als Symbol für Christus). Auch an Kriegerdenkmälern werden häufig Christbäume aufgestellt. Eine jüngere Entwicklung sind die Lichterketten – auf Bäumen, Balkonen oder gar Dächern!
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27. Dezember - HL. JOHANNES | Am Johannistag wird in der Kirche der Johanniswein geweiht. |
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28. Dezember – TAG DER UNSCHULDIGEN KINDER | Vielerorts werden in den Kirchen Familienmessen gefeiert. FRISCH UND G`SUND SCHLAGEN ist in der Steiermark und darüber hinaus verbreitet: Kinder streichen Erwachsene mit Birkenruten und sagen Sprüche mit Wünschen für gute Gesundheit im neuen Jahr auf. Als Gegenleistung gab es früher Nüsse, Äpfel oder Kletzen, später aber auch kleine Geldspenden. |
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